LRS, ADHS und … , verstecktes Schielen, latentes Schielen, Winkelfehlsichtigkeit, Sehfeldfehler, visuelle Wahrnehmungsst

  • Noch ein "Special Effekt", den ich neben ADHS und Borreliose mit mir herum trage:




    Vor zwei Jahren wurde per Eye-Tracking bei mir bestätigt, was ich schon eine Weile vermutete. Hier also meine Historie nebst ein paar Ableitungen, die jeder für sich selbst prüfen und bewerten kann.


    Meine Augen bewegen sich nicht synchron im Sinne eines echten Stereobildes. Bei der Augenbewegung trifft der Punkt des scharfen Sehens auf unterschiedlichen Netzhautregionen, wobei auch noch Unterschiede im nahen und fernen Sehen bestehen. Das wurde nun auch mit Messwerten untermauert.


    Vielmehr muss der Visuelle Cortex permanent die beiden Bilder "zusammen rechnen".


    Die Belastung/Konzentrationsleistung für das ohnehin von ADHS "gebeutelte" Hirn ist damit noch einmal höher. Als Kind hatte ich in Folge der hohen Belastung sehr oft immense Migräneanfälle.


    Das Problem wurde nie bemerkt, da ich ja schon immer so war, mich also "normal" fühlte. Das Versagen beim Lesen von Texten oder Erfassen von Zahlen in Büchern, Heften oder am PC habe ich immer als persönliches Versagen gewertet und (als Erwachsener) insgeheim eine LRS vermutet.


    >>> Das Selbstwertgefühl lag am Boden. <<<


    Da ich für kurze Textpassagen immer genug Konzentration aufbringen konnte und weit entfernte Texte gut erkennen konnte, war es nach Ansicht meines Umfeldes immer meinen Schuld. Ich müsse mir doch einfach mehr Mühe geben.


    Wenn ich mich also extremst konzentrierte, gelange es mir mehrere Seiten am Stück zu lesen. Die Quittung war dann ein Migräne-Anfall, der in der Regel im Erbrechen mündete.

    Bis heute ermüdet mich das Lesen von Texten enorm.


    Erkannt wurde das Problem nie, da von Augenärzten nur die Sehschärfe der Augen monofunktionell geprüft wird. Immer wenn auch Stereo geprüft wurde, waren das nur wenige Sekunden bis Minuten, die m.E. mein visueller Cortex problemlos kompensieren konnte.


    Da m.E. der Sehfeldfehler nicht offensichtlich war („Schiel-Kindern“ wird U 6 geholfen), bin ich durchs Raster gerutscht.


    Beim Eye-Tracking musste ich nun einen Text vorlesen, der über mehrere Seiten ging.


    Dabei wurde Augenbewegung, Neustarts und Fehler mit geloggt.


    Es war deutlich zu erkennen. Wie nach einer halben Seite die Bewegungen unruhiger wurden, die Synchronität der Bewegungen abnahm und immer mehr Neustarts am Wort-/Satzanfang, zusammen mit Fehlern beim Erkennen des Wortes/der Buchstaben zu verzeichnen waren. Da ich nach der Untersuchung erst mal einen mäßige Probleme hatte, habe ich das Thema erst mal „schleifen lassen“.


    Als am Büroarbeitsplatz Tätiger bin ich seit Jahren extremst auf meine Augen angewiesen, um komplexe Aufgaben zu erfassen und zu lösen. Vor einem Jahr ging es extrem in den Keller mit der Leseleistung. Mails von Kunden oder Kollegen waren schwer zu lesen. Daten zur Analyse tanzten vor den Augen. Ich begann extrem langsam zu werden und viele Fehler zu machen. (mehr als typisch für ADHS)


    Von der Betriebsmedizinerin habe ich eine Arbeitsplatzbrille verordnet bekommen, die zwar die Schrift im Nahbereich deutlich schärfer darstellte, aber nach wie vor das Verrutschen/Überlagern der Bilder nach kurzer Zeit, nicht verhindern.


    Das Problem habe ich bei einer neuen Augenärztin angebracht. Bei den Tests bei Fr. Dr. wurde die ausreichende Versorgung meiner „altersgemäß verschlissenen“ Augen“ mit den vorhandenen Brillen festgestellt.

    Bei den Stereotests konnte ich dann life erleben, wie das Hirn die Bilder korrigiert.


    Zuerst wurde eine geometrische Formation "erlernt". Anschließend haben die Augen Teile (rot - grün) der Bilder dieser Formation in verschobener Form zu sehen bekommen.


    Ich konnte sehen, wie ein Teil in die "erlernte" Formation hinüber "wanderte". Das Hirn hat also das tatsächlich "fehlerhafte" Bild in die erlernte Form "gerechnet".


    Sie sah den Verdacht auf eine Asthenopie (H53.1) bzw. (neurogene?) Heterophorie (H50.59) erhärtet, so dass sie mir eine Überweisung zu „Sehschule“ ausgestellt hat, bei der nach einer exakten Diagnose auch Behandlungsmöglichkeiten gefunden werden sollen.


    Die Untersuchung und Beurteilung der Physiologie und Pathophysiologie des Binokularsehens fällt in das Fachgebiet der Strabologie (Schielheilkunde), einer Spezialdisziplin der Augenheilkunde die bei den Orthoptisten am UK sogar gelehrt wird.


    Bei der Lektüre von Fachartikeln zum Thema tauchten immer wieder die Begriffe ADHS und LRS auf. Hier wies man auf die Gefahr von Fehldiagnosen und schädlichen Therapieansätzen hin, wenn nicht klar ermittelt wird, wo die Ursache zu suchen ist, bzw. bei Kombinationen aus LRS, ADHS, Asthenopie und/oder Heterophorie zu berücksichtigen ist, dass Teilschritte/Bestandteile einer Therapie aufgrund einer Wechselwirkung nicht wirken können, anzupassen sind oder sogar schädlich sein können.


    ADHS und … , verstecktes Schielen, latentes Schielen, Winkelfehlsichtigkeit, Sehfeldfehler, visuelle Wahrnehmungsstörung, Asthenopie (H53.1), Heterophorie (H50.59), Binokularsehen, Optometrie

    Die Begriffe im Betreff sollen die Suche im Forum etwas erleichtern, da es viele Begriffe gibt, die für sich allein nicht zur Lösung führen.

    Da viele Kinder eine LRS bescheinigt bekommen oder diese auf das ADHS geschoben wird, in der Schule oder von den Eltern für eine schlechte Leseleistung bestraft werden... Die Depression ist da nicht weit und meine Migräne von damals wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht gewünscht.

    Augenärzte und andere Ärzte haben die von mir geschilderte Problematik nicht auf dem Schirm, so dass sich Kinder ihr ganzes Leben mit einem Problem der visuellen Wahrnehmung herum schlagen müssen und in ihrer Entwicklung behindert werden.

    Wer soll seine fachliche Begabung nutzen können, wenn ersiees schlicht nicht in der Lage ist, lange und ausdauernd Texte zu lesen, Formeln richtig zu erkennen, Werte in Tabellen wieder zu finden?



    Am Rande:


    Mein Sohn hat das Eye-Tracking ein Jahr nach mir absolviert. Auch seine Augen bewegen sich nicht synchron. Ich kann m.E. also davon ausgehen, dass ich ihm nicht nur ADHS vererbt habe. Analog zu ADHS ist damit naheliegend, warum er trotz weit überdurchschnittlichem IQ Lernstoff in Schriftform meidet, „wie der Teufel das Weihwasser“.


    Wer hier Erhellendes beitragen kann, gern!


    Ein paar Links zum Thema.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Asthenopie


    https://de.wikipedia.org/wiki/Heterophorie




    Sehfeldfehler/ Stabismus:


    https://augenzentrum-zug.ch/schielen-strabismus.php



    Optometrie


    https://de.wikipedia.org/wiki/Optometrie

  • PX-41

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