Leidet mein Kind an ADHS?

Der Leidensdruck bei Eltern und Kindern zum Thema AD(H)S ist extrem hoch. Vorwürfe, wie "schlechte Erziehung", "wilde, böse Kinder" "Störenfriede" und vieles mehr prägen die undiagnostizierte Phase. Das kann tiefe Wunden auf der Seele der Kinder und der bemühten Mamas und Papas hinterlassen.



Gedanken wie: "Hoffentlich hat sich mein Kind heute gut benommen" Bei der Abholung aus dem Kindergarten, die Angst vor einem Lehrergespräch / Verweis oder die Sorge der Eltern, dass das eigene Kind von anderen Familie ausgeschlossen wird, weil es beim Kindergeburtstag des Freundes "für Unruhe gesorgt" hat und "anstrengend" oder "frech" war, sind belastend.

In diesem Video habe ich dir das Thema ADHS ohne Angstmacher und Schocker zusammengefasst. Stark bleiben, weiterbilden und Kopf hoch! Du bist mit deinen Sorgen nicht allein!

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ADHS-News ADHS-Selbsthilfe

Antworten 5

  • "Jain"! Mein Sohn LEIDET an den Folgen.

    • mit 6 Jahren > kommt aus der Schule und wirft sich weinend ins Bett "Ich bin doof!"
    • vergisst Dinge, was ihm von seinem soz. Umfeld (außerhalb der Familie) vorgeworfen wird  >  Depression / unverständliche Kritik / Abwertung
    • ist im "Flow" für sein soz. Umfeld kaum zu ertragen, zu schnell, zu laut, zu "interaktiv", zu schlau, zu ….  > Abwehr seiner Nähe > Depression  / Abwertung
    • nimmt seine überproportionale Opposition selbst wahr, ist aber nicht in der Lage sie zu überwinden / zu steuern, wie emotional "Ferngesteuert"  > Selbstzweifel, Depression
    • Leistungsschwankungen in der Schule zwischen Note 1 und Note 5 in direkter Folge, mal bester und mal schlechtester Schüler > Selbstzweifel, Depression

    Gleichzeitig kann er die vielen Dinge/Talente, die er weit besser beherrscht, als seine Klassenkammeraden/Gleichaltrige, kaum wahr.


    Seine "Festplatte" für negative Erfahrungen hat mehr "Datensätze" als die "Festlatte" für positive Erfahrungen.


    Das Deutsche Bildungssystem ist schlicht nicht in der Lage, Kinder mit individuellem Bedarf in einer Form zu fördern, die ihren Veranlagungen gerecht wird.

    Ursächlich sehr ich hier die mangelnde finanzielle Ausstattung hinsichtlich mehr und besser geschultem Personal und den Föderalismus in der Bildung, der für jeden Betroffenen einen individuellen "Kampf" bedeutet, statt Zentral allen Kindern mit individuellem Bedarf die selben Chancen einzuräumen.

    Eine Vermutung:(Meinung !)

    Deutschlands Volkswirtschaft könnte hinsichtlich Innovationen, Anzahl der Patente, allg. Status der Wissenschaft usw. weit besser aufgestellt sein, wenn sie die schlummernden Potenziale der kleinen (und großen) ADHS-ler mit ihrem Drang zu Wissen, Innovation und Kreativität, fördern, statt behindern würde.


    Ähnlich wie man bei Autismus begonnen hat, die Talente der Betroffenen zu fördern und zu nutzen.


    Wertschätzung der Leistung, auch wenn sie "anders" ist, ist das beste Mittel gegen LEID.

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  • Seine "Festplatte" für negative Erfahrungen hat mehr "Datensätze" als die "Festlatte" für positive Erfahrungen.

    Da kommt mir sehr bekannt vor, ist wohl sehr häufig bei Menschen mit ADHS.

  • Ja, es scheint als ob das Limbische System bei ADHS kontinuierlich überfordert und deshalb im wahrsten Sinne unterentwickelt ist. Dagegen ist die Abwertung als Selbsterhaltungstrieb in der Amygdala, die ja bekanntlich mehr negative Emotionen und Abwehrhaltung (wart-erst-mal-ab-wird eh-scheiße) speichert, wohl gesteigert.

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  • Ich finde es schon sehr schlimm, dass bei dem Thema das "Problem" immer den betroffenen Schülern/Familien in die Schuhe geschoben wird. Unser Schulsystem, unsere Lehrerausbildung etc wird nie als "Problem" wahrgenommen, sondern immer nur, wer in diesem System nicht gut klar kommt.


    Ein Mensch mit ADHS leidet nur, wenn sein anders-sein nicht gern gesehen und nicht wertgeschätzt wird. In einer positiven Umgebung gibt es viel weniger, oder fast gar keinen Leidensdruck.


    So, als ob eine einzige Art von Schule und Unterricht, für alle (!) das richtige wäre!

    Bescheuert 🤦🏽‍♀️🤦🏽‍♀️🤦🏽‍♀️

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  • Leider ein Zeichen der Zeit, das sich mit Beginn der Industrialisierung eingestellt hat. (siehe Geschichtsunterricht: Frühkapitalismus England)


    Je stärker parallelisiert und gruppiert wird, desto mehr fallen alle Individuen "hinten runter" die eben in keine Schublade passen.


    Im Mittelalter war es noch üblich, dass Kinder eines "begabten" Schmiedes oder Steinmetz in dessen beruflichen Umfelds aufwuchsen. Da "Veranlagung zu einer Neurodiversität" m.E. eben doch in den Genen hängt, ist damals ein großer Teil der "wie die Eltern Veranlagten" in die ideale Umgebung hineingeboren worden.

    Das hat man heute noch oft bei Landwirtschaftlichen Betrieben, wo die Noten in der Schule schlecht aber die Begabung für die Landwirtschaftliche Tätigkeit grandios ist.


    Kommen wir zurück zur Schule:

    Würde das Schulsystem mehr Geld bekommen, könnte man sich dort auch individuellere Förderung leisten.

    Als nächstes müssten die vereinheitlichten Prüfungsvorgaben aus der "föderalen Verantwortung" gelöst werden, dafür aber im gesamten Bundesgebiet mehr Varianten bieten. Varianten, die verschiedenen Veranlagungen gerecht werden, ohne daraus eine Wertigkeit abzuleiten.


    Was m.E, auch völlig zu kurz kommt, ist die Thematik der Praktika. Im Osten der Republik waren vor 1990 Fächer wie PA oder ESP auf dem Plan, was weit vor den Abschlussprüfungen eine Orientierung ermöglichte. Die heute Systematik der Praktika könnte das theoretisch abdecken, wird aber leider sehr defizitär umgesetzt.

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