Alles, was ich angefasst habe, war ein Fehler

Auf den Seiten des "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND) findet sich aktuell ein guter Artikel zur ADHS im Erwachsenenalter. Die Journalistin Kira von der Brelie schreibt über Aimo Nyland, einen ADHS-Betroffenen, der vor wenigen Jahren diagnostiziert wurde und nun ein Buch über seine Erfahrungen mit der ADHS schrieb. Der Titel "Skurrilchaotische Existenz ohne Effizienz. Ein autobiografisch angerichtetes ADHS und all die irren Erlebnisse und Flausen seines Besitzers" scheint Programm zu sein für das Leben, das sein Autor auf 200 Seiten zwischen den fakultativen Bucheinband respektive Titel und Danksagung seines E-Books presste.


Der Artikel beginnt mit einem Zitat aus dem "Prescriptisches Wirrwarr" überschriebenen ersten von zwei Vorwörtern des doch recht wilden autobiographischen Buches, das manches über die ADHS seines Schöpfers verrät, jedoch besser nicht nicht als Blaupause für die ADHS im Erwachsenenalter herangezogen werden sollte. Ganz anders als der journalistische Text, der einen kurzen, jedoch guten Überblick über die ADHS im Erwachsenenalter bietet.


Daher können wir mit dem Link zum Artikel quasi einen doppelten Lesevorschlag unterbreiten. Wer wissen will, wie sich die ADHS im Erwachsenenalter für manchen Betroffenen anfühlt, v.a. wenn dieser (noch) nicht weiß, dass er ADHS hat, lese zunächst den Artikel Kira von der Brelies. Wer aber probeweise ins Chaos eines ADHS-Kopfes vordringen möchte, der lese bei Aimo Nyland weiter bis "Ein bissel Bammel beim Bummel aufm Rummel" oder "Null-Null Karma wegen Gurkendrama" oder gar "Saunieren muss man trainieren" - wer das schafft, muss ADHS haben (weil er den Autor versteht) oder nicht (weil er dennoch weiterliest) oder vielleicht (weil sich die ADHS in vielen Facetten zeigt). Hauptsache lesen!


Zum Artikel: https://www.rnd.de/wissen/adhs…VLTRBEJHBKSS4MJOLPJQ.html