Neurobiology of ADHD: A Review

Sie müssen den Artikel "Neurobiology of ADHD: A Review" aus dem Jahr 2019 nicht lesen. Die meisten Laien und auch viele Ärzte und Psychologen werden kaum verstehen, was die Studien aussagen, deren Erkenntnisse er zusammenfasst. In 77 Endnoten wird auf internationale Forschungsliteratur der letzten 20 Jahre verwiesen. Die Endnoten 55-77 befassen sich mit wissenschaftlichen Publikationen zur "Neurochemistry of ADHD", insbesondere zum Dopamin-Stoffwechsel.


Warum verlinken wir diese Studie? Sie steht beispielhaft für die neurologische Forschung zur ADHS. Sucht man in der medizinischen Datenbank "PubMed" des amerikanischen Gesundheitsamt nach "ADHD", werden 42.480 Treffer angezeigt, darunter Hunderte zum Thema ADHS und Neurobiologie. Viele der Studien, die diesen wissenschaftlichen Publikationen zugrunde liegen, waren sehr teuer, denn sie nutzten moderne Technologien wie bildgebende Verfahren oder Gensequenzierung. Wären ihre Hypothesen von vornherein erkennbar unsinnig gewesen, hätte niemand diese Studien finanziert. Hätten diese Studien mal um mal keine sinnvollen Erkenntnisse erbracht, wäre ihr Gegenstand kaum jahrzehntelang beforscht worden.


Wer angesichts dieses Aufwands und der schieren Flut an wissenschaftlichen Befunden ernsthaft behauptet, es gebe die ADHS nicht, hält die Erde auch 500 Jahre nach Kopernikus für eine Scheibe, über der Mond und Sterne rotieren. Wer sagt, es gebe keine Beweise für die neurobiologische Disposition der ADHS, hält mutmaßlich bis heute Epileptiker für von Gott oder dem Teufel Besessene.


Es gibt in der Praxis viel berechtigte Kritik an der Diagnose und Therapie der ADHS wie an jeder Störung oder Krankheit. Die deutsche ADHS-Kritik jedoch wirkt im Kontrast zum wissenschaftlichen Fortschritt in Psychologie und Medizin wie Vertreter der "Flat Earth Society", die bis heute die Kugelgestalt unseres Planeten leugnen. Natürlich kann man die Welt auch aus der Perspektive eines Scheibenbewohners erklären - und die ADHS aus der Perspektive der Psychodynamik. Warum aber sollten wir auf diesem Niveau verharren, wenn man mehr wissen kann als Anaximander oder ein Erziehungsberater im Unruhestand?!


https://link.springer.com/article/10.1007/s40474-019-00182-w